Steckbrief
26. Oktober 2018
// Kunden & Partner

Ein erfülltes Leben für den Lieblingsberuf

Oberschwester Ingrid Schultz vom Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Oberschwester Ingrid Schultz, Pflegedienstleiterin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, geht in Rente. Nach 47 Jahren Dienstzeit arbeitet sie buchstäblich bis zur letzten Sekunde. Als wir an ihrem vorletzten Arbeitstag mit ihr telefonieren, wirkt sie so energiegeladen, als finge sie gerade erst an.

Oberschwester Ingrid, bitte stellen Sie sich vor.

Bereits meine Ausbildung zur Säuglings- und Kinderkrankenschwester habe ich 1971 hier im Unternehmen als 17-Jährige begonnen. Nach einer spannenden Zeit in der Kinderchirurgie, in der ich auch zur Ausbildung „Fachschwester für Anästhesie und Intensivtherapie im Kindesalter“ delegiert wurde, holte mich die Medizinische Fachschule. Berufsbegleitend studierte ich Medizinpädagogik und war als Lehrerin tätig. Danach kehrte ich in die Praxis zurück, arbeitete auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation und seit 1997 als Oberschwester für mehrere Kliniken: Urologie, Neurochirurgie und Anästhesie.

Welche Aufgaben gehören zu Ihrer Arbeit?

Die Hauptaufgabe besteht in der Organisation des Pflegedienstes in den Kliniken. Dazu gehören z. B. Organisation der Arbeitsabläufe, Kostenkontrolle, Überprüfung der Einhaltung von Standards, Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität, Beschwerdemanagement, Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen -auch mit dem Einkauf sowie der Lagerhaltung. Besondere Herausforderung ist aber die Personalführung. Dazu gehört neben den Überprüfung von Dienst- und Urlaubsplänen vor allem die Schaffung der Arbeitszufriedenheit, Mitarbeitermotivation, Personalentwicklung, Betreuung und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch das Recruiting. Dabei habe ich Sorge zu tragen, dass genügend geeignetes und qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. In der Vergangenheit konnten wir unter vielen guten Bewerbungen aussuchen, aber jetzt wird es schwieriger, sowohl bei der Anzahl als auch bei den Voraussetzungen der Bewerber. Das Interesse, das meine Generation ihrem Lieblingsberuf entgegengebracht hat, verlagert sich bei den jungen Leuten immer mehr auf ihre Freizeit. Natürlich sind die niedrige Bezahlung und wachsende Herausforderungen in der Pflege ebenfalls Gründe, warum zu wenig junge Menschen sich für den Beruf interessieren. Nicht nur die pflegerischen Aufgaben, die körperlich anspruchsvoll sind und innerhalb oft knapp bemessenen Zeitbudgets erledigt werden müssen, sondern auch im technischen Bereich und bei der Dokumentation wachsen die Anforderungen, wobei der technische Fortschritt auch das Interessante am Beruf ausmacht. Schauen Sie sich nur Ihre Betten an: Früher mussten Einstellungen am Bett mechanisch mit der Hand verändert werden, dann kamen elektrische Betten und heute können die Patienten das Bett selbst bedienen – das ist auch für die Schwestern eine große Entlastung.

Waren Sie auch an der Auswahl der Betten in Ihren Häusern beteiligt?

Als stellvertretende Pflegedirektorin hatte ich viel mit Ausschreibungen, Aussuchen und Verbesserungswünschen zu tun. Als Praktikerin wusste ich, was den Pflegekräften und Patienten gefällt und was nicht. Unsere rund 2.000 Betten stammen fast alle von der Firma Stiegelmeyer. Wir verwenden die Modelle Seta und neuerdings auch Puro. Dass alle Betten vom selben Hersteller kommen, erleichtert uns die Arbeit: Wir brauchen keine Schilder mit „Station X oder Y“ mehr an den Betten, sondern können sie in unserer Bettenzentrale manuell aufbereiten lassen und danach wieder für alle Stationen zur Verfügung stellen.

Welche Bettendetails sind Ihnen wichtig und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Früher gab es das Problem, dass die Handschalter leicht heruntergefallen sind, Halterungen abbrachen oder man mit den Rollen des Bettes über das Kabel gefahren ist. Bei den neueren Modellen hat sich das gebessert, die Handschalter sind stabiler an der Seitensicherung befestigt. Wir verwenden nur geteilte Seitensicherungen, um freiheitsentziehende Maßnahmen zu vermeiden. Gut gefällt uns die Mittelstütze der Seitensicherung. Daran können sich die Patienten beim Aufstehen hochziehen, sodass oft nur eine statt zwei Schwestern bei der Mobilisierung helfen muss. Ganz wichtig für uns ist ein großer Höhenverstellbereich der Betten, um den Rücken unserer Pflegekräfte zu schonen. Nur auf der richtigen Arbeitshöhe können wir Kinästhetik oder Physiotherapien sicher durchführen. Für kleinere Patienten lassen sich die Betten auch sehr niedrig einstellen, und es Erleichtert ihnen das Aufstehen. Genutzt wird auch die Bettverlängerung – wenn ich an die Urologie denke, da liegen oft große Männer im Bett. Bei den Rollen stehen verschiedene Arten zur Auswahl bereit, und unser Transportpersonal wird in die Wahl mit einbezogen. Ein Dauerthema ist die Leichtgängigkeit der Rollen, da ist immer noch mehr möglich.

Wie schätzen Sie in Zukunft die Bedeutung digitaler Assistenzsysteme an Klinikbetten ein?

Es gibt Bereiche, in denen ich mir so eine zusätzliche Kontrolle gut vorstellen kann, zum Beispiel in der Geriatrie und der Psychiatrie. Auf den normalem Stationen muss man allerdings die Frage stellen: Worauf soll die Pflegekraft noch achten? Beim Nachtdienst auf einer Normalstation bringt es nichts, wenn es noch mehr warnt und piept. Die Auswahl, welches Bett und wie viele zusätzliche Systeme an den Betten genutzt werden sollen, muss deshalb gut abgewogen werden: Wann bringt es mehr Sicherheit für die Patienten und wann ist es zu viel? Die Patienten von heute sind auch auf Normalstationen oft bereits an Überwachungssysteme angeschlossen. 

Freuen Sie sich auf die Rente?

Ja, auf jeden Fall. Gesundheitlich und von der Lust her könnte ich weiterarbeiten, aber ich finde, jetzt ist der Zeitpunkt, um junge Leute mit neuen Ideen ranzulassen. Sollte mir nach ein paar Monaten das Rentendasein wirklich langweilig werden, kann ich als Medizinpädagogin wieder unterrichten. Es gibt bereits Anfragen. Jetzt möchte ich aber erstmal reisen. Mein Urlaub am Baikalsee in Sibirien ist gebucht. Dann möchte ich den Elbradweg von Hamburg nach Dresden abradeln. Jetzt ist erstmal Runterkommen angesagt.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit und gute Gesundheit. Vielen Dank für das Gespräch!

 

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